
Lois Weinberger, 'Laubreise', 2016

Lois Weinberger, Laubreise, 2016 © Erste Group Bank AG; Foto Oliver Ottenschläger
Objekt, Eingang Canettistraße (Außenbereich)
Für den Erste Campus hat Lois Weinberger einen „säkularen Garten“ an der Peripherie des Geländes geschaffen, in unmittelbarer Nähe zum Eingang in der Canettistraße. Er fügt damit den Gartenanlagen der Umgebung, den Barockgärten des Belvederes, dem Alpengarten, dem Botanischen Garten der Universität Wien und dem Schweizergarten einen weiteren „Garten“ hinzu, dem er den Titel „Laubreise“ gegeben hat.
Dazu dient eine frei zugängliche Holzhütte, deren Form an ländliche Feldstadel erinnert, als Behausung für einen Quader aus Drahtgitter, der in den folgenden Jahren mit Laub, Ästen und Grasschnitt aus den Grünanlagen des Erste Campus befüllt werden wird. Nach der vollständigen Kompostierung des Haufens aus eingebrachtem Material sollen Teile des Hüttendachs entfernt und die neu gewonnene Erde den ungehinderten Einwirkungen der Natur überlassen werden.
Weinbergers „Laubreise“ wird dabei zu einem anarchischen Asyl für wilde Vegetation werden, die sich jeder gesellschaftlich konstruierten Vorstellung von Natur widersetzt und das dynamische Prinzip des stetigen Wandels versinnbildlicht, den die Natur mit ihren unaufhaltsamen Zyklen von Wachstum und Vielfalt vollzieht.
Die Pflanzen erschaffen in „einer Art von lebendem Theater“ das Kunstwerk. Sie gründen einen poetischen Ort, an dem „der Zerfall des Haufens die Zeit (erzeugt), die es ermöglicht, einen Bruchteil der großen Veränderungen zu bemerken“, einen Ort, an dem „man weder vom Beginnen, noch vom Enden, noch vom Stillstand sprechen kann“, „ein Gebiet der Möglichkeiten, das eine Schnittstelle bezeichnet“ (Lois Weinberger).
Lois Weinberger, geboren 1947 in Stams, Tirol, lebt und arbeitet in Wien, Innsbruck und Gars am Kamp. Er war mit international vielbeachteten Retrospektiven bei der documenta X in Kassel und bei der 53. Venedig Biennale vertreten. In seinen Reflexionen über das Verhältnis zwischen Natur und Kultur konzentriert sich Lois Weinberger auf die peripheren Regionen der Wahrnehmung. Seine künstlerische Arbeit dreht sich um den Ort, an dem das Künstliche und das Natürliche ineinandergreifen, um so den kulturellen Prozess des Wandels und der Veränderung bloßzulegen. Werke von Lois Weinberger waren in renommierten Ausstellungshäusern wie etwa der Kunsthalle Mainz, dem Times Museum, Guangzhou, dem Städel Museum in Frankfurt, dem Kunstmuseum in Bonn, der Secession, Wien, dem Museum Moderner Kunst, Wien und dem Camden Arts Centre in London zu sehen.
Text: Kathrin Rhomberg & Pierre Bal-Blanc
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